Immobilie - schwer kalkulierbare Folgekosten

Expertentipp: Unerreichbar – Schwer kalkulierbare Folgekosten

Teil 4 : Unerreichbar – Schwer kalkulierbare Folgekosten

Hohe Preise und immense Nebenkosten gefährden den Traum vom Eigenheim, immer neue Bauvorschriften, höhere Steuern und kommunale Abgaben verteuern den Einstieg enorm. Der Weg zur eigenen Immobilie ist steiniger denn je.

Wie in Teil 1 bis 3 bereits berichtet führen gestiegene Kaufpreise und Nebenkosten dazu, dass die Finanzierung, so Kaufinteressenten sie überhaupt bekommen, erheblich stärker ins Monatsbudget schlägt als früher.

Hinzu kommt: Wer sich eine Eigentumswohnung zulegen will, sollte wissen, dass ihm jederzeit Zusatzkosten wegen größerer Baumaßnahmen ins Haus stehen können, etwa, weil die Fassade gedämmt werden soll. Laut Umweltministerium Baden- Württemberg sind noch 70 Prozent der deutschen Eigentumswohnungen unsaniert. Aufgrund des Abstimmungsprozesses innerhalb der Eigentümergemeinschaft hängen Eigentumswohnungen bei der energetischen Sanierung hinterher. Von der Idee über den Beschluss der Eigentümer bis hin zur Ausführung dauert es oft Jahre, denn gerne werden derartige kostenintensive Sanierungen auch auf die nächste Eigentümerversammlung verschoben. Hinzu komme, dass in sanierungsbedürftigen Wohnanlagen aus den Sechziger- oder Siebzigerjahren viele Eigentümer gealtert sind — und die wollten jetzt im Ruhestand kein Geld mehr investieren.

Meist haben die Eigentümer jedoch keine Wahl. Über die Energieeinsparverordnung (EnEV) zwingt sie der Staat zum Dämmen. So muss neu gedämmt werden, wenn auch nur zehn Prozent der Fassadenfläche beschädigt sind und saniert werden müssen. Die derzeit geltende EnEV 2016 macht die energetische Sanierung von bestehenden Wohnungen nicht per se teurer; aber weil es mit jeder Verschärfung weniger Ausnahmen gibt, trifft sie mehr Eigentümer.

Sanierungen werden immer teurer

Gemäß dem Statistischem Bundesamt sind Bauleistungen mit Wärmedämmung im Februar um 4,6 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Die Kosten für eine nachträgliche Fassadendämmung liegen bei rund 8.000 bis 12.000 Euro pro Wohnung. Inklusive Austausch von Fenstern und Heizung wären das 20.000 Euro, die Käufer schnell und oft auch überraschend belasten könnten.
Ob Marie und Stephan Muster bald sanieren müssen, steht noch in den Sternen. Die beiden sind seit Kurzem auf der Suche nach einem neuen Heim. Anfang des Jahres hatten sie beschlossen, dass sie sich gemeinsam einen Immobilientraum erfüllen wollen. Aktuell wohnen sie in einer 64-Quadratmeter-Wohnung in Münster zur Miete.

Das neue Traumhaus der beiden soll deutlich über 100 Quadratmeter Platz bieten. Zusätzlich will das junge Paar bleiben, wo es ist, weil dort die Freunde wohnen und auch die Arbeit und die Hobbies schnell erreicht werden könne. Da trifft es sich, dass sie im Internet schnell auf ein Immobilienprojekt gestoßen sind, das direkt im Viertel entstehen soll. Dort sind Reihen- und Doppelhäuser in modernem Design mit Flachdach geplant. Der Baubeginn der ersten Häuser soll bereits im Herbst starten. Das Paar verguckt sich sofort in die Immobilie. Wenig später sitzen beide beim Finanzierungsberater der Hausbank. Beide sind studierte Lehrer und arbeiten in der unmittelbaren Nähe. Bis 2020 werden beide verbeamtet, eigentlich ideale Bedingungen für einen Hauskauf. Denn die Geldhäuser achten mittlerweile penibel auf verlässliche Einkommen – Beamte sind in dieser Hinsicht eine sichere Bank.

Wohneigentum ist zum reinen Luxusgut avanciert: Die weiteren Gründe für diese Entwicklung und auch die Entwicklung bei den Eheleuten Muster erfahren Sie in den nächsten Expertentipps. Falls Sie zum Verkauf, zur Vermietung oder zur Finanzierung einer Immobilie haben, rufen uns einfach unverbindlich an unter Telefon (0251) 5005 – 580.

Dr. Oliver Altenhövel

Dr. Oliver Altenhövel

Dr. Oliver Altenhövel
Dipl.-Kaufmann / Immobilienwirt (DIA)
Vereinigte Volksbank Münster eG
Tel. 0251 / 5005 5810