Immobilienserie

Expertentipp: Unerreichbar – Unvorhersehbare Anliegerkosten und steigende Gebühren

Teil 6: Unerreichbar – Unvorhersehbare Anliegerkosten und Gebühren

Hohe Preise und immense Nebenkosten gefährden den Traum vom Eigenheim, immer neue Bauvorschriften, höhere Steuern und kommunale Abgaben verteuern den Einstieg enorm. Der Weg zur eigenen Immobilie ist steiniger denn je.

In diesem letzten Teil geht es um unvorhersehbare Anliegerkosten und Gebühren: Nicht immer sind Faktoren, die eine Finanzierung gefährden, vorhersehbar. Ein Posten, den Käufer von Immobilien häufig gar nicht auf dem Radar haben, sind Beiträge für den Straßenausbau. Wird eine Anliegerstraße zum Beispiel breiter, oder bekommt sie einen Bürgersteig, bittet so manche Stadt oder Gemeinde gern die Anwohner zur Kasse.

Von diesen Kosten (Anliegerkosten) müssen die Anwohner beispielsweise zwei Drittel zahlen. Eventuelle Klagen gegen die Stadt scheiterten häufig, sodass die Eigentümer nun irgendwoher das Geld beschaffen müssen. Um Kleinstbeträge geht es bei den Straßenausbaubeiträgen häufig nicht. Insbesondere unvorhergesehene Beträge können Hausbesitzer unter finanziellen Druck setzen. Insbesondere Ältere, wenn keine entsprechenden Rücklagen gebildet worden sind und eine Kreditaufnahme bei der Bank erschwert ist.

Wie hoch der Anteil ist, den Anlieger zahlen sollen, hängt von der Art der Straße ab. Je mehr Fremdverkehr durch die Straße fließt, desto geringer muss der Anteil ausfallen, den die Kommune umlegt. Bei Anliegerstraßen wird es in jedem Fall am teuersten: 60 bis 90 Prozent der Kosten dürfen umgelegt werden. Bei Hauptverkehrsstraßen sind es 25 bis 60 Prozent. Für die Anlieger sind die Beiträge oft eine enorme wirtschaftliche Belastung – zumal sie in der Regel sehr schnell gezahlt werden müssen.

Steigende Gebühren

Überschaubarer, aber dennoch laufend steigend sind städtische Gebühren. Wer zu eng bei einer Finanzierung kalkuliert oder wer zu hoch ins Immobilienregal greift, den können auch vermeintlich kleinere regelmäßige Gebühren binnen weniger Jahre aus der Bahn werfen. So kostet in Münster allein die Restmülltonne für einen Musterhaushalt jährlich 564 Euro. Wer aus Emsdetten in die westfälische Mittelstadt zieht, sollte das berücksichtigen: Denn dort hatte er nur 128 Euro für den Restmüll bezahlen müssen. Immer kräftiger langen Kommunen auch bei Abwassergebühren hin. In Bad Honnef nahe Bonn legten diese 2016 gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent zu. In den westfälischen Orten Rhede und Tecklenburg betrug der Anstieg jeweils mehr als 21 Prozent. Im Landesdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen zahlte ein Vier-Personen-Musterhaushalt 2016 schon gut 722 Euro allein an Abwassergebühren.

Das mögen vergleichsweise kleine Beträge sein. Doch wer schon ohnehin eng kalkuliert, dem fehlen bei den kontinuierlich steigenden Kommunalgebühren irgendwann die entscheidenden 200 oder 300 Euro im Monat. Finanzierungen scheitern am Ende nicht am großen Geld, sondern dann, wenn im Zweifel über neue und teurere Kredite zunächst kleinere Löcher gestopft werden müssen. Dass die kommunalen Abgaben weiter steigen werden, daran besteht kein Zweifel. Von 2004 auf 2014 verdoppelten kommunale Unternehmen ihre Umsätze. 314 Milliarden Euro kassierten sie nach jüngster Erhebung im Jahr 2014.

Falls Sie zum Verkauf, zur Vermietung oder zur Finanzierung einer Immobilie haben, rufen uns einfach unverbindlich an unter Telefon (0251) 5005 – 580.

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Dr. Oliver Altenhövel

Dr. Oliver Altenhövel

Dr. Oliver Altenhövel
Dipl.-Kaufmann / Immobilienwirt (DIA)
Vereinigte Volksbank Münster eG
Tel. 0251 / 5005 5810