2019_Immobilienserie Expertentipp

Fragen zum Baukindergeld

Expertentipp 2019 – Nr. 1

Sicherlich ist schon reichlich zu dem Thema Baukindergeld berichtet worden, aber manche Fragen bleiben trotzdem immer noch offen.

Hier die Antworten zu acht wichtigen Fragen zum Thema Baukindergeld:

1. Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) (z.B. bestehend aus zwei Geschwistern) kauft eine elterliche Immobilie und beide ziehen mit Kindern ein. Können sie dann Baukindergeld beantragen?

Antwort: Entscheidend ist, wer als Eigentümer im Grundbuch steht; eine natürliche Person oder eine GbR oder eine „Grundstücks-GmbH“.

Natürliche Person = dies wird als persönliches Eigentum erachtet = Baukindergeld ist möglich

GbR = dies wird nicht als persönliches Eigentum erachtet, bzw. sind nicht antragsberechtigt = kein Baukindergeld möglich

Grundstücks-GmbH = dies wird nicht als persönliches Eigentum erachtet, bzw. sind nicht antragsberechtigt = kein Baukindergeld möglich

2. Was passiert mit dem Baukindergeld bei einer Wohnraumerweiterung, wenn also ein Anbau errichtet wird? Wird der Betrag weiterhin bezahlt?

Antwort: Der Wohnraum einer Immobilie kann ohne Probleme erweitert oder ausgebaut werden.

3. Gibt es Baukindergeld bei Pflegekindern?

Antwort: Ja, wenn die Pflegeeltern kindergeldberechtigt sind. Sind sie dies nicht, dann gibt es kein Baukindergeld.

4. Was ist, wenn ein Kind im Förderzeitraum verstirbt?

Antwort: Dann wird das Baukindergeld weiterhin gezahlt.

5. Ein Ehepaar kauft das Haus, in dem sie schon seit Jahren als Mieter wohnen. Ist Baukindergeld möglich, obwohl kein Einzug stattfindet? (keine neue Meldebestätigung)

Antwort: Der Kauf der ehemaligen Mietwohnung stellt kein Problem dar. Das Baukindergeld kann beantragt werden. Als Nachweis benötigt man eine aktuelle Meldebescheinigung, sowie als Ersatz für den eigentlich notwendigen „Einzugstermin“ den notariellen Kaufvertrag. Das Datum des notariellen Kaufvertrags dient somit als „Einzugstermin“.

6. Wie verhält es sich bei einem taggleichen Verkauf einer Bestandsimmobilie (Eigentümer Ehemann) und Kauf eines gemeinsamen Wohneigentums, in das die Familie einziehen und Baukindergeld beantragen will?

Antwort: Taggleich ist ein Problem. Die bisherige Immobilie muss 1 Tag vorher verkauft sein, damit zum Tag des Erwerbs der neuen, KEINE Vorgängerimmobilie existiert. Dann kann das Baukindergeld beantragt werden.

7. Welches Datum ist bei einem vorherigen Verkauf einer Immobilie und dem Kauf einer neuen Immobilie, für die dann Baukindergeld beantragt werden soll, als Termin relevant? Z. B. Verkauf bisherige ETW zählt a) Kaufpreisfälligkeitsdatum
oder b) Datum Notartermin für Verkaufsvertrag?

Antwort: Es zählt das Datum des notariellen Kaufvertrags = b).
Es darf bei Beantragung des Baukindergelds keine Immobilie vorhanden sein. Diese muss – per notariellem Kaufvertrag – spätestens einen Tag vor der Baukindergeld-Beantragung veräußert worden sein.
Aber Achtung bei allzu wilden „Gestaltungsspielräumen“: Zum Beispiel wird die Immobilie für eine Woche auf die Eltern übertragen und dann rückübertragen. In der Zwischenzeit soll das Baukindergeld beantragt werden = dieser Vorgang kann als Missbrauch des Baukindergelds erachtet werden.

8. Wie verhält es sich, wenn ein Einzelunternehmer für die Firma Immobilienbesitz hat und jetzt für sich privat eine Immobilie erwirbt? Kann er Baukindergeld beantragen?

Antwort: Relevant ist, ob eine Firma oder eine Privatperson bei der Erstimmobilie im Grundbuch steht. Sofern die Firma Eigentümer ist, kann die Privatperson das Baukindergeld beantragen.


Dr. Oliver Altenhövel
Dr. Oliver Altenhövel – Dipl.-Kaufmann / Immobilienwirt (DIA) – Vereinigte Volksbank Münster eG Tel. 0251 / 5005 5810

Wenn Sie Fragen zum Verkauf, Vermietung oder Finanzierung einer Immobilie haben, so erfahren Sie dies in einer der nächsten Ausgaben unseres Expertentipps oder Sie rufen uns einfach an unter Telefon (0251) 5005 – 580.

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